Ärzte bei einer Operation
Ärzte bei einer Operation
© Monkey Business / fotolia.com
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Ablauf der Anästhesiemaßnahmen

Eine gute medizinische und psychologische Betreuung ist für Sie als Patientin oder Patient von großer Bedeutung, sowohl für den Verlauf der Anästhesie als auch für den anschließenden Heilungsprozess.

Vor der Operation

Bei einem geplanten ambulanten wie auch bei einem stationären Aufenthalt führen Sie vor Ihrer Operation ein Anästhesiegespräch in unserer Sprechstunde oder auf Station. Sie werden dabei eingehend befragt, untersucht und weiter beraten. Bringen Sie dafür bitte Ihnen vorliegende Arztbriefe und Untersuchungsbefunde der letzten zwei Jahre mit zum Gespräch.

Entsprechend der Krankengeschichte, den Ergebnissen der körperlichen und technischen Untersuchungen und den Erfordernissen für die anstehende Operation wählt der Anästhesist gemeinsam mit Ihnen das für Sie am besten geeignete Anästhesieverfahren aus und bespricht es ausführlich. Auch Ihre individuellen Wünsche finden hier Berücksichtigung.

Die Aufklärung über die Vorgehensweisen sowie allgemeine und spezielle Risiken des jeweiligen Verfahrens sind Gegenstand des anästhesiologischen Vorgespräches.

Im Falle einer schweren Erkrankung oder eines gesundheitlichen Risikos wird vor Operationsbeginn unter Umständen eine gezielte Vorbehandlung oder gar eine Verschiebung des Operationstermins notwendig, um den körperlichen Zustand zu optimieren und eventuelle Risiken zu reduzieren.

Wichtige Verhaltensregeln vor einer Anästhesie

Folgende Maßgaben sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt einhalten:

  • Sechs Stunden vor dem geplanten Eingriff dürfen Sie nichts mehr essen, keinen Alkohol oder trübe Flüssigkeiten (Säfte, Milch) zu sich nehmen.
  • Zwei Stunden vor der Anästhesie dürfen Sie keine klaren Flüssigkeiten (Wasser, Tee) mehr trinken - kleine Schlucke zur Einnahme eventuell verordneter Vorbereitungs-Medikamente stellen kein Problem dar.
  • Sie sollen am Tag des Eingriffs nicht rauchen

Im Vorgespräch mit dem Anästhesisten erfahren Sie, welche Ihrer vom Hausarzt verordneten Medikamente Sie einnehmen dürfen.

Blutverdünnende Medikamente, z.B. ASS/Aspirin/Acetylsalicylsäure und sogenannte „neue orale Antikoagulantien“ (NOAKs) beeinträchtigen die Blutgerinnung und sollten nur nach Absprache mit dem Anästhesisten und dem Operateur eingenommen werden.

Ebenso können auch Medikamente gegen krankhaft erhöhten Blutzucker (Diabetes mellitus) oder hohen Blutdruck (Arterielle Hypertonie) in Kombination mit einer Anästhesie nicht unerhebliche Nebenwirkungen verursachen. Auch diese sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Anästhesisten einnehmen.

Bitte erscheinen Sie ungeschminkt, mit ungecremter Haut sowie ohne Nagellack und möglichst ohne künstliche Fingernägel zu Ihrem OP-Termin.

Bitte entfernen Sie jeglichen Schmuck (Ketten, Piercings, Ringe, Ohrringe etc.), auch an den Körperteilen, welche nicht operiert werden (Verbrennungsgefahr).

Bitte tragen Sie keine Kontaktlinsen oder Brille im OP-Saal. Ebenso sollten Hörgeräte im Zimmer verbleiben.

Entfernen Sie bitte vor dem Eingriff nicht fixierte Zahnprothesen oder Haarteile/Perücken.

Bei ambulanten Eingriffen:

Tragen Sie keinerlei Wertsachen (Schlüssel, Brieftasche, Smartphone etc.) bei sich. Vom Pflegepersonal in unserem ambulanten OP-Zentrum oder auf Station erfahren Sie, wo Sie für die Zeit des Eingriffs Ihre privaten Sachen deponieren können.

Während der Operation

Die Vorbereitung auf die Anästhesie zu Ihrer OP erfolgt in unserem Aufwachraum, von dort werden Sie dann in den Operationssaal gebracht. Wir sind bemüht, längere Wartezeiten im Aufwachraum zu vermeiden, dennoch sollten Sie Sich bei unerwarteten Verzögerungen im Ablauf auch auf einen längeren Zeitraum einstellen. Von Ihrem Eintreffen bis zum Verlassen des Operationssaales werden Sie von einem festen Team begleitet, bestehend aus Fachärztin oder Facharzt und Anästhesiepflege­kraft. Diese sorgen dafür, dass Ihnen während der Operation eine bedarfsgerechte, optimale Behandlung und eine individuell angepasste Therapie zuteil wird.

In unserem modernen OP-Trakt mit drei OP-Sälen ist jeder Anästhesiearbeitsplatz technisch auf dem neuesten Stand. Die Durchführung sämtlicher Anästhesieverfahren erfolgt unter Zuhilfenahme zahlreicher Diagnose- und Therapiegeräte, durch die eine lückenlose Überwachung und Steuerung der Funktionen von Herz, Kreislauf und Atmung, der Körpertemperatur sowie eine Messung der Muskelaktivität und der Narkosetiefe jederzeit gewährleistet ist. Die Dokumentation des kompletten Anästhesie-Prozesses mit allen erhobenen Messwerten erfolgt vollständig digital und erfüllt somit höchste Sicherheitsmaßstäbe.

Verschiedenste Verfahren zur Fehlervermeidung, wie etwa die Anwendung von Checklisten und die strenge Einhaltung hygienischer Standards bieten Ihnen ein Höchstmaß an Sicherheit. Zum Einsatz kommen alle gängigen Verfahren der Allgemein- und Regionalanästhesie, des Monitorings sowie des Wärmemanagements, die unter Beachtung der medizinischen Leitlinien unserer Fach- und Berufsgesellschaften durchgeführt werden.

Nach der Operation

Nach Verlassen des Operationssaals übernimmt das Anästhesiefachpersonal im Aufwachraum Ihre weitere Behandlung und Betreuung. Die intensive Überwachung aller lebenswichtigen Funktionen sowie die Schmerzmessung und nötige Schmerztherapie werden hier so lange erfolgen, bis durch Überprüfung und Untersuchung von einem Facharzt für Anästhesiologie festgestellt wird, dass Sie ohne Bedenken auf eine Normalstation weiterverlegt werden können.

Für den Fall, dass Sie aufgrund einer ausgedehnten Operation oder einer zugrundeliegenden Erkrankung einer spezialisierten und weiterführenden Therapie bedürfen, werden Sie aus dem OP oder aus dem Aufwachraum auf die interdisziplinäre Überwachungs- und Intensivstation verlegt. Dort betreuen Sie speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte gemeinsam mit den Ihnen bekannten Ärzten der jeweiligen operativen Abteilung.

Schmerzbehandlung nach Operationen

In dem Bestreben, Ihnen eine möglichst angenehme und schmerzarme Zeit im Krankenhaus zu ermöglichen, wird bereits während der Operation ein Schmerzbehandlungsplan erstellt. Dieser wird speziell auf Ihre Bedürfnisse und eine eventuelle Vorbehandlung mit Schmerzmedikamenten abgestimmt und orientiert sich an Art und Ausmaß Ihres operativen Eingriffes. Bei größeren und schmerzhaften Operationen werden sogenannte Schmerzmittelpumpen eingesetzt, die vom Patienten selbst bedient und gesteuert werden können. Ebenfalls kommen Schmerzkatheter zum Einsatz, die eine kontinuierliche Gabe von örtlichen Betäubungsmitteln an den zuständigen Schmerzbahnen der Nerven ermöglichen.

Die Visiten unserer „Pain Nurse“ (Fachpflegekraft für Anästhesie und Schmerztherapie) mit dem persönlichen Gespräch und der hierbei durchgeführten Erfassung der Schmerzstärke helfen dabei, das angeordnete Behandlungsschema auf den jeweiligen Bedarf anzupassen. Dies erfolgt immer in Rücksprache mit den behandelnden Kolleg*innen und den Fachärzt*innen der Anästhesieabteilung.

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