Schlaflabor
Leistungsbeschreibung
Schwerpunkte des Schlaflabors sind:
Schlafbezogene Atmungsstörungen
- Obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom
- Zentrales Schlafapnoe-Syndrom einschließlich Cheyne-Stokes-Atmung
- "komplexes" Schlafapnoe-Syndrom
- Zentrale
alveoläre Hypoventilation und Adipositas
assoziierte Hypoventilation
- Heimbeatmung bei eingeschränkter Atempumpe
- Periodische Beinbewegungen
im Schlaf und Restless-Legs-Syndrom
Narkolepsie
Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen
- Herzerkrankungen wie Herzleistungsschwäche, Angina pectoris
- Chronisch
obstruktive Lungenerkrankungen
- Schlafbezogener gastrooesophagialer
Reflux
Ein- und Durchschlafstörungen
- Falsche Schlafhygiene
- Schlafmangel
- Störungen des Schlafrhythmus
Aktuell stehen zur ambulanten Diagnostik und Therapie 6 portable
Monitoringsysteme zur Verfügung. Diese dienen zum
einen zur Abklärung von Schlafstörungen, speziell Schlafapnoe-Syndrom, daneben zur Kontrolle der Beatmungstherapie, z.B. bei Patienten,
die eine CPAP oder BIPAP-Therapie benötigen, bei Schlafapnoe-Syndrom
oder kranker Atempumpe.
2006 wurden im Rahmen der Krankenhaussanierung die Schlaf-laborräume modernisiert und vier neue dem neuesten Stand der Medizintechnik entsprechende Polysomnographiemessplätze angeschafft.
Wie soll man bei Vorliegen von chronischen
Schlafstörungen
vorgehen?
Bei Verdacht auf Vorliegen einer Schlafstörung sollte
der Betroffene zunächst seinen Hausarzt aufsuchen, um
herauszufinden, welche Art von Schlafstörung vorliegt,
in wieweit eine weitere Diagnostik notwendig ist und welche
Therapie einzuleiten ist.
Liegt sog. Schnarchen mit Tagesmüdigkeit vor, so wird
der Hausarzt den Patienten bei einem Lungenfacharzt vorstellen.
Dieser führt die notwendige ambulante Vordiagnostik
durch.
Hierbei werden nachts die Atmung, der Sauerstoffgehalt und
die Sauerstoffsättigung im Blut, die Herzfrequenz, die
Körperlage und die Schnarchgeräusche aufgezeichnet.
Der Lungenarzt entscheidet dann anhand der ambulanten Vordiagnostik,
ob eine weiter abklärungs-bedürftige Schlafstörung
vorliegt oder nicht.
Beim Vorliegen einer weiter abzuklärenden Schlafstörung wird der Patient im Schlaflabor angemeldet (Fr. Gebel, Tel. 0 67 31 / 4 07-1 27).
Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?
Der Aufenthalt im Krankenhaus für die weitere Abklärung
und evtl. Therapie dauert in der Regel 2, selten 3 Nächte.
Zur Diagnostik sind in der Regel 1-2 Nächte ausreichend; falls nötig schließen sich 1-2 Nächte zur Einstellung auf eine Beatmungstherapie an.
Das Schlaflabor nimmt auch Menschen stationär auf, die unter einer Dauerbeatmung stehen, denen der Beatmungsdruck nicht mehr ausreicht oder die über massive Tagesmüdigkeit unter regelmäßiger Anwendung der CPAP- oder BIPAP-Therapie klagen. Hier erfolgt eine Neuanpassung des Beatmungsdruckes über eine Nacht mit anschließend ambulanten Kontrollen.
Wie läuft die Untersuchung im stationären
Schlaflabor ab?
Nachts während des Schlafes
werden bis zu 19 unterschiedliche
Messwerte erhoben, auf einen Computer gespeichert und am
nächsten Tag ausgewertet. Wir zeichnen u.a. die Hirnströme
und Augenbewegungen auf sowie die Kaumuskelbewegungen. Damit
erhalten wir ein vollständiges Profil der Schlafstadien.
Die Prüfung der Atmung erfolgt durch Atemflusssensoren über
beiden Nasenlöchern und über dem Mund, durch Gurte,
die Brust- und Bauchbewegungen messen, durch einen Sensor
am Finger, der den Sauerstoffgehalt im Blut misst, sowie
durch das Schnarchmikrophon. Zum Nachweis von „zuckenden“ Beinen
oder Armen dienen zwei EMG-Ableitungen an den Unterschenkeln
oder Armen.
Zusätzlich werden die Körperlage aufgezeichnet
und die Herzaktionen abgeleitet. Bei Patienten mit Beatmungstherapie
kann der Beatmungsdruck in Echtzeit kontrolliert und nach
Bedarf entsprechend angepasst werden. Zusätzliche Informationen zum Schlafverhalten erhalten
wir durch die Videoaufzeichnung mit einer digitalen Infrarotkamera.
Am folgenden Tag erfolgt die Auswertung aller aufgezeichneten
Messwerte am Computer. So kann präzise die Art der Schlafstörung
festgestellt und die richtige Therapie (z.B. Beatmungstherapie)
eingeleitet werden.
Die häufigsten
Schlafstörungen
- Schnarchen
und Tagesmüdigkeit
ohne Atemaussetzer (schwere Schnarcher)
Menschen, die sehr stark schnarchen, ohne dass eindeutig
nächtliche Atemaussetzer beobachtet werden, sich morgens
trotz ausreichender Schlafdauer müde fühlen und
tagsüber ständig einschlafen, bedürfen der
weiteren Abklärung im ambulanten und ggf. stationären
Schlaflabor.
Im Vorfeld sollte eine HNO-ärztliche Untersuchung durchgeführt
werden, um Engen im Nasen-Rachenbereich festzustellen, die
das Schnarchen begünstigen können.
- Obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom
Kennzeichen hierfür ist starkes explosionsartiges
Schnarchen mit wiederkehrenden nächtlichen Atemstillständen,
verbunden mit erheblicher Tagesmüdigkeit und z.T. massiver
Einschlaf-neigung. Die Müdigkeit führt zu Schlafattacken,
weshalb das Unfallrisiko viermal so hoch ist wie bei Gesunden.
Der mit den nächtlichen Atemstillständen verbundene
nächtliche Sauerstoffabfall führt zu einer massiven
Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Folge können
gehäufte Herzinfarkte und Schlaganfälle sein. Darüber
hinaus begünstigen die Sauerstoffabfälle in der
Nacht die Entstehung von Herzrhythmusstörungen und die
Aufhebung der täglichen Blutdruckrhythmik. Normalerweise
fällt der Blutdruck in den frühen Morgenstunden,
d.h. zwischen 0:00 und 6:00 Uhr deutlich gegenüber tagsüber
ab. Speziell bei Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom fehlt diese
nächtliche Absenkung oder es kommt sogar im Gegenteil
zu - vor allem nachts – hohen Blutdruckwerten. Insgesamt
lässt sich der Blutdruck sehr schlecht einstellen, selbst
unter der Therapie von 3-4 Blutdrucktabletten.
Sollte bei Ihnen ein schlecht einstellbarer Bluthochdruck
vorliegen, müssen Sie unbedingt Ihren Hausarzt oder
Internisten aufsuchen. Die Häufigkeit von Schlafapnoe-Syndrom
liegt bei 4% der Frauen und 6-8% aller Männer über
40 Jahre. Insgesamt rechnet man mit einer Häufigkeit
von 1-2% der Gesamt-bevölkerung.
Typische Symptome sind
- lautes,
unregelmäßiges Schnarchen
- nächtliche Atempausen,
die meist vom Bettpartner bemerkt werden
- Tagesmüdigkeit
mit Einschlafattacken, vor allem beim Fernsehen oder Autofahren
- nächtliches
Aufwachen durch Luftnot
- morgendlich auftretende Kopfschmerzen
- Bluthochdruck
mit vor allem nächtlichen Blutdruckanstiegen
und Herzrasen
- Libido- und Potenzverlust
- Verstärkung der Beschwerden
und der Atemstillstände
durch üppige späte Mahlzeiten, Alkoholkonsum
und Gebrauch von Schlaftabletten
Was sind die Ursachen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms?
In der Nacht kommt es durch zunehmende Erschlaffung im Nasenrachenbereich
zu einer Verlegung der oberen Atemwege mit nachfolgendem
Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut.
Liegen mehr als 10 Atemstillstände pro Stunde von mindestens
10 sekündiger Dauer während des Schlafes vor und
besteht gleichzeitig erhebliche Müdigkeit muss von einem
obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom ausgegangen werden.
Bei einer Verlegung der oberen Atemwege ist es typisch, dass der Patient versucht, mit Brust und Bauch zu atmen. Hierzu führt er frustrane Bewegungen aus, ohne dass es zu einer wesentlichen Atmung kommt. Nach längerer Dauer eines Atemstillstandes
der zwischen 10 und 60, maximal auch 90 Sekunden dauern kann,
kommt es zu einer Aufwachreaktion mit Eröffnung der
oberen Atemwege und einer raschen Einatmung, um das Sauerstoffdefizit
wieder auszugleichen. Diese sich ständig wiederholenden
Aufweckreaktionen zerstören die normale Schlafarchitektur
massiv.
Tiefschlaf und Traumschlaf fehlen Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom
völlig, so dass hieraus ein massives Schlafdefizit resultiert.
Das führt dazu, dass sich die Menschen trotz ausreichender
Schlafdauer von 10 Stunden und mehr morgens „wie gerädert“ fühlen.
Die Folge ist eine massive Einschränkung der Leistungsfähigkeit
und eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit (u.a. Sekundenschlaf).
Welche Therapiemöglichkeiten
bestehen?
Ganz allgemein empfiehlt sich bei Übergewicht die mittelfristige
Gewichtsreduktion, das Meiden von Alkohol, Schlaftabletten
und üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafen.
Nachts sollte man beim Schlafen eine 45° Oberkörperposition
einnehmen. Diese Körperposition kann Schnarchgeräusche
und Atemstillstände zumindest vermindern.
Auf jeden Fall sollten Sie kurzfristig Ihren Hausarzt aufsuchen,
der dann die weiteren Schritte zur Diagnostik und Therapieeinleitung
mit Ihnen bespricht.
Eine HNO-ärztliche Untersuchung zum Ausschluss von
Engstellen im Nasenrachenbereich sollte in jedem Fall vor
einer ambulanten Untersuchung im kleinen Schlaflabor durchgeführt
werden.
Bevor ein Patient im stationären Schlaflabor aufgenommen
wird, muss er sich einer ambulanten Voruntersuchung unterziehen.
Diese Untersuchung führen Schlafmediziner wie Pneumologen,
aber z.T. auch HNO-Ärzte, durch. Die Namen der Ärzte,
die diese Leistung durchführen, können Sie bei
Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung erfragen.
Der entsprechende Schlafarzt wird dann anhand von Fragebögen
zum Schlafapnoe-Syndrom, zur Tagesmüdigkeit und nach
Durchführung eines ambulanten Schlaflabors entscheiden,
ob eine stationäre Schlaflaboruntersuchung notwendig
ist oder nicht.
Im stationären Schlaflabor (Polysomnographie) erfolgen
dann 1-2 Diagnostiknächte, um herauszufinden, ob ein
behandlungsbedürftiges Schlafapnoe-Syndrom vorliegt
oder nicht.
Sollte sich hier ein massiver Befund ergeben, ist die Beatmung über
Nase oder Mund und Nase die sicherste und effektivste Behandlungs-form.
Dabei wird dann eine Gesichtsmaske angepasst (entweder reine Nasenmaske oder Vollgesichtsmaske über Nase und Mund). Über
diese Maske wird mit einem kleinen Beatmungsgerät nachts
Raumluft mit einem bestimmten Druck geblasen. Der andauernd
positive Druck im oberen Atemwegsbereich verhindert ein Kollabieren
des Schlundes und Zurückfallen der Zunge. Damit entfallen
Schnarchen und Atemaussetzer und die Atmung ist in allen
Körperlagen frei. Auch die Hirnströme normalisieren sich wieder, und man fühlt sich morgens wieder ausgeschlagen (sogenannte Entmüdung).
Diese kontinuierliche nasale Überdruckbeatmung nennt
man auch nCPAP. In ganz speziellen Fällen z.B. sehr
hohen Beatmungsdrücken oder zusätzlichen Herz-
oder Lungenerkrankungen wird die Beatmung auf zwei unterschiedlichen
Druckniveaus durchgeführt: Beim Einatmen ist der Druck
hierbei höher als beim Ausatmen. Diese Beatmungs-therapie
wird nBIPAP genannt.
Die genaue Einstellung des Beatmungsdruckes
erfolgt im Schlaflabor über eine bis maximal zwei Nächte.
Nach der Entlassung aus dem Schlaflabor muss die Beatmungstherapie
kurzfristig nach der ersten Einstellung,
anschließend alle 6-12 Monate ambulant, oder bei Bedarf auch stationär, kontrolliert werden.
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